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Modellierung von nosokomialen Infektionen unter Verwendung von individuellen Patientendaten

Förderung: 36 Monate, seit 2011

Projektleiter: PD Dr. sc. hum. Martin Wolkewitz (IMBI)

 

 

Beschreibung

Infektionskrankheiten in Krankenhäusern unterliegen komplexen Mechanismen, die bisher unzureichend verstanden worden sind. Um die Dynamik in der Übertragung von Krankenhauskeimen (KHK) geeignet zu modellieren, sollten folgende vier Komponten berücksichtigt werden: biologische Kenntnis der Übertragungsdynamik, epidemiologische Information auf individueller Patientenebene, demographische Kenntnis über die Krankenhauspopulation und die Einbeziehung von zeitlich variierenden Daten. Für unsere Forschung können wir auf detaillierte Patientendaten einer prospektiven Kohorte eines internationalen Netzwerkes von 537 Intensivstationen (IS) mit 119,699 Aufnahmen zugreifen. Die Daten beinhalten u.a. Informationen über verschiedene Mikroorganismen, Resistenzen, Antibiotikatherapien, tägliche Exposition zu invasiven Eingriffen und potentielle Risikofaktoren. Das Hauptziel unserer Forschung ist nun zunächst die Entwicklung eines innovativen Modelles, welches alle 4 Komponenten entsprechend einbindet. Dies erlaubt uns in den nächsten Schritten, die Wichtigkeit der vier Komponenten genau zu untersuchen und neue Einblicke in die Übertragungsdynamik zu erhalten. Dies wird direkte Auswirkungen auf potentielle Interventionen zur KHK-Prävention haben. Aufgrund der großen Kohorte können wir nicht nur epidemische Ausbrüche besser verstehen, sondern auch und vor allem endemische Situationen. Dieser Ansatz erlaubt es, Risikofaktoren über alle IS hinweg zu studieren, wobei dabei potentielle Übertragungen berücksichtigt werden. Somit können die Ergebnisse auf andere IS extrapoliert werden. Desweiteren werden verschiedene Zeitskalen und gängige Studiendesigns für Risikofaktorenanalysen (nested case-control) methodisch untersucht.

 

Publikationen

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