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Projekt Archery

Titel: Eine Entwicklungsumgebung für Archetypen in der Medizin. Entwicklung und Formalisierung von Archetypen für die elektronischen Patientenakten

Laufzeit: März 2010 bis Juni 2012

Primary Investigator: Alexander Brandt (gfnmediber GmbH, Berlin)

Verantwortlicher in Freiburg: Martin Boeker

Beteiligte in Freiburg: Michael Braun, Averbis GmbH

Förderung: Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (BMWi)

FRAGESTELLUNG:

Die Umsetzung medizinischer Daten in Entscheidungen erfolgt im Kontext des medizinischen Fachwissens, wie es sich im Gedächtnis der Mediziner und Pflegekräfte, in schriftlich formulierten Behandlungsrichtlinien, sowie in Primär- und Sekundärliteratur manifestiert. Die maschinelle Repräsentation medizinischen Wissens ist seit Jahrzehnten ein Forschungsschwerpunkt von Medizinischen Informatik und Künstlicher Intelligenz und hat bisher eher punktuelle Ergebnisse vorzuweisen. Eine wesentliche Voraussetzung für die computertechnische Verknüpfung von Domänenwissen und klinischen Daten setzt nicht nur voraus, dass die Daten selbst technisch austauschbar sind, sondern ebenso, dass ihre inhaltliche Bedeutung korrekt interpretiert wird (semantische Interoperabilität).

ZIELSETZUNG:

Ziel des Vorhabens ist die Schaffung einer Entwicklungsplattform für Archetypen und Vorlagen auf Basis der Sprache ADL/TDL, die auf die speziellen Bedürfnisse von Nutzern aus dem Kreis medizinischen Fachpersonals eingeht. Daher wird Archery besonderen Wert auf die begleitende Entwicklung und Umsetzung von Benutzerschnittstellen der Vorlagen setzen. Weiterhin sollen unter Verwendung der neuentwickelten Werkzeuge durch vorwiegend medizinisch-wissenschaftliche Fachgruppen Archetypen und Vorlagen mit erweitertem Funktionsumfang und Bezug zu medizinischen übergeordneten Terminologie- und Ontologie-Systemen (insbesondere SNOMED CT) entwickelt werden.

KURZFASSUNG PROJEKTBESCHREIBUNG:

Gfnmediber wird die Entwicklungsumgebung Archery entwickeln, die dem Mediziner ein Werkzeug zur Erstellung und Bearbeitung von Archetypen in die Hand gibt. Neben der formalen Richtigkeit und Wohlgeordnetheit der Datenstruktur wird die Entwicklungsumgebung auch die Einbindung von Informationsgehalten, Bezeichnungen usw. aus der medizinischen Ontologie unterstützen und dafür einen Mechanismus zur Überprüfung und Verifizierung anbieten. Die Arbeitsgruppe Medizinische Informatik im IMBI erhält im Rahmen der Entwicklung die Möglichkeit, medizinische Ontologien unmittelbar in praktische Entwicklungen einfließen zu lassen. Das betrifft die Einbeziehung von Untersuchungstechniken in die Archetypenkonstruktion, aber auch die Verwendung moderner Medientechnik begleitend zu herkömmlicher verbaler Beschreibung, wobei wesentlich für das Konzept sein muss, dass der wissenschaftliche Erkenntnisfortschritt in der Ontologie stets problemlos berücksichtigt werden kann.